Reichen Busse nicht?

Sind Busse nicht viel billiger?

Der Busbetrieb erscheint nur auf den ersten Blick günstiger, wenn keine Investitionen in Fahrwege vorgenommen werden. Wenn der Bus auf den vorhandenen Straßen fahren soll, kostet das erst einmal nichts. Aber man darf nicht vergessen, dass diese Straßen durch die schweren Busse viel schneller abgenutzt werden (Spurrillen). Busse sind zwar billiger, haben aber eine deutlich geringere Lebensdauer als Bahnfahrzeuge. Außerdem steckt der Bus genau wie das Auto im Stau, wenn er keine eigene Trasse hat oder nicht durch Ampelschaltung bevorrechtigt ist. Das Ziel der Verkehrsplanung ist es ja, mehr Fahrgäste auf den ÖPNV zu verlagern und das gelingt mit der StUB am Besten. Der vermeintlich billigere Bus schafft das nicht im selben Maße. Denn schon aus Kapazitätsgründen sind mit Bussen keine wesentlichen Steigerungen der Fahrgastzahlen mehr möglich. Um den Autoanteil von 60 % am Stadtverkehr zu reduzieren, brauchen wir die StUB.

Warum lässt man nicht einfach mehr Busse fahren?

Es gibt bereits jetzt Strecken, auf denen ein so dichter Bustakt angeboten wird, dass kaum noch Verstärkungen möglich sind. Denn, wenn Busse fast Stoßstange an Stoßstange fahren, dann ist das betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Kurze Taktzeiten führen auch immer wieder zu Pulkbildungen: Die Fahrgäste nehmen die ersten Busse. Es kommt wegen Überfüllung zu Verzögerungen beim Fahrgastwechsel und die Busse verspäten sich. Die Busse kurz dahinter fahren weitgehend leer. Viele vollbesetzte Busse nutzen die Straßen auch überproportional ab, das sieht man in Erlangen z.B. in der Drausnickstrasse. Hier haben die vielen schweren Busse tiefe Spurrillen verursacht. In so einem Fall helfen nur Fahrzeuge, die mehr Menschen transportieren können – z.B. eine Straßenbahn.

Der Bus ist viel flexibler als die StUB – das bringt doch mehr Fahrgäste, oder?

Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass in Straßenbahnen mehr Fahrgäste sitzen, die ihr Auto freiwillig stehen lassen als in Bussen. Dies bezeichnet man als „Schienenbonus“ und kommt daher, dass sowohl der Fahrkomfort als auch die Geschwindigkeit in einer Straßenbahn höher ist als im Bus. Ein schienengebundenes Verkehrsmittel bedeutet klare Linienführung und hohe Zuverlässigkeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zahl der Fahrgäste bei einer Umstellung von Bus auf Straßenbahnen (zum Teil stark) steigt. Auch wenn der Bus vorher mehr Haltestellen bedient hat oder kleinere Straßen angefahren ist – diese Flexibilität schlägt sich nicht in höheren Fahrgastzahlen nieder. Es ist auch bekannt, dass ÖPNV Nutzer lieber etwas weiter zu einer Straßenbahn-Haltestelle gehen – eine Straßenbahn zieht einfach mehr Fahrgäste an als jeder noch so flexible Bus. Die scheinbare Flexibilität des Busses ist nicht immer positiv – ich kann nicht darauf vertrauen, dass der Bus, der heute eine bestimmte Strecke befährt, diese auch noch morgen bedient. Es ist nachgewiesen, dass  öffentliche und private Investitonsentscheidungen zu einer Konzentration der Stadtentwicklung entlang hochwertiger ÖPNV-Achsen führen.

Warum werden keine Alternativen zur StUB geprüft?

Das ist bereits geschehen. Im StUB-Gutachten 2012 wurde alternativ ein „Regional optimiertes Busnetz (RoBus)“ entwickelt, um die verkehrlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen bei einem Verzicht auf eine Stadt-Umland-Bahn nach Maß und Zahl ausweisen zu können. Zweifellos bringt auch der RoBus Verbesserungen im ÖPNV-Angebot, vor allem aufgrund der vorgesehenen Mittleren Talquerung in Erlangen. Gegenüber der StUB erreicht er aber geringere Fahrgastzahlen. Auf der Verbindung nach Nürnberg würde z.B. immer ein Umstieg erforderlich bleiben.

Wie sieht es mit innovativen Verkehrssystemen, z.B. spurgeführten E-Bussen aus?

Seit einiger Zeit wird mit Bussystemen experimentiert, die sich in der Transportkapazität einer Straßenbahn annähern. Entscheidend für die Betriebsqualität ist der Anteil der eigenen Fahrbahn. Mit ihr brauchen Busse aber sogar mehr Platz als die Bahn, da Busspuren breiter als Straßenbahntrassen sind und die Straßenbahn auf kurzen Abschnitten auch eingleisig geführt werden kann. Zudem kann die Straßenbahn auf Rasengleis unterwegs sein Die Bus-Hersteller bieten bisher kein standardisiertes System an, während Straßenbahnen eine seit über 100 Jahren bewährte Form von Elektromobilität darstellen. Im französischen Caen wird z.B. nächstes Jahr die Abkehr vom Elektrobus und hin zu echtem Schienenverkehr vollzogen. Ein entscheidender Trumpf für die StUB ist es, dass sie einfach an das Nürnberger Straßenbahnnetz anbindet – damit können die vorhandenen Werkstätten und der Betriebshof in Nürnberg mitgenutzt werden. Für die Fahrgäste ist an der Stadtgrenze die Weiterfahrt ohne Umsteigen möglich.