Scheinlösung BRT

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Zwei Beispiele aus Straßburg – Fotos: Thomas Naumann, berlinfotoart

Von bestimmter Seite werden sogenannte BRT (Bus-Rapid-Transit) Systeme als angeblich innovative Lösung für die Verkehrsprobleme im Landkreis ins Spiel gebracht. Ihre erheblichen Nachteile werden jedoch verschwiegen:

  • Geringerer Komfort: Mit der Bahn vergleichbare Laufruhe wird nur auf neuer Eigentrasse erreicht. Je mehr davon gebaut werden muss, umso mehr Kosten, Flächenbedarf, Versiegelung.
  • Hoher Verschleiß durch rasche Abnutzung und Spurrillenbildung in der Fahrbahn;
  • Die Lebensdauer von Bussen ist nur ca. 1/3 so lang wie von Straßenbahnen – damit relativiert sich der günstigere Beschaffungspreis.
  • Insellösung statt Einbindung in das Straßenbahnnetz: in Richtung Nürnberg auf Dauer nur mit Umsteigezwang.
  • Wenige Hersteller, bisher kein dauerhaft überzeugender Betrieb! Wie lange sind Ersatzteile verfügbar? Was geschieht bei Insolvenz?
  • Kapazität: Schon heute stehen die Busse an Spitzenzeiten untereinander im Stau – eine befriedigende Verkehrsqualität und Fahrplantreue sind so nicht einzuhalten.
  • keine Erfahrungen in der Region und überhaupt im Regionalverkehr: Sollen Stadt und Landkreis als Testpublikum für Firmeninteressen dienen?
  • Für ein BRT-System im Landkreis wurde nie ein Kosten-Nutzen-Verhältnis ermittelt. Damit kann keine seriöse Aussage zur Förderfähigkeit getroffen werden.

Ganz allgemein steht ein technisch ausgereiftes, vielfach bewährtes Schienenverkehrsmittel gegen ein nicht eindeutig definiertes Bussystem, das viele nicht oder nicht ausreichend erprobte Komponenten beinhaltet. Ein Scheitern ist da vorprogrammiert. All das würde die Region viel Geld und wertvolle Zeit kosten – ohne dass die Verkehrsprobleme gelöst werden.

Weitere Informationen: Vergleich zwischen Stadtbahn und Bus-Rapid-Transit