Fahrkomfort

Beim Umstellen von Buslinien auf schienengebundene Verkehrsmittel stellt man immer wieder fest, dass mehr Leute das schienengebundene Verkehrsmittel benutzen. Die teilweise sehr hohen Fahrgastzuwächse schreibt man dem sogenannten „Schienenbonus“ zu. Ein wichtiger Grund hierbei ist der höhere Fahrkomfort.

Mit Hilfe von Aufzeichnungen der Beschleunigung einerseits in einem Bus und andererseits in einer Straßenbahn möchten wir Ihnen den Fahrkomfort-Unterschied verdeutlichen:
In den beiden Grafiken sehen Sie die Änderung der Beschleunigung (dZ) durch Auf/Ab-Bewegung.

Praktisch heißt das: Sie sitzen im Fahrzeug und lesen während der Fahrt, dabei übertragen sich die Fahrbahnunebenheiten der Straße auf Sie und das (E-)Buch / Zeitung. Sie müssen beim Halten des Buches immer gegensteuern, um weiterlesen zu können. Je größer der Wert, umso schwieriger ist das – und das Lesen macht ab einem gewissen Grad keine Freude mehr.  Auf Schienen fährt man deutlich ruhiger, also lesefreundlicher.

Komfort_Bahn

Fahrt-Komfort Bahn

Komfort_Bus

Fahrt-Komfort Bus

Gemessen wurde diese Daten in einer Straßenbahn in Nürnberg ab der Haltestelle Thon und im Bus der Linie 285 ab der Haltestelle Buckenhof. Die Namen in den Grafiken sind die Haltestellen, an denen das Fahrzeug gehalten hat. Beim Stehen sind die Werte sehr niedrig, d.h. keine Auf- und Abbewegung des Fahrzeugs. Beim Bus gibt es eine gravierende Änderung der wirkenden Kraft – in der Grafik sieht man die deutlichen Ausschläge nach oben und unten. Bei der Bahn ist dies Änderung deutlich geringer (siehe Grafik Straßenbahn Linie 4), erkennbar weniger Ausschläge nach oben und unten. Insgesamt sind die Werte beim Bus ca. 2-3 mal so groß im Vergleich zur Straßenbahn.

Zusammenfassend kann man sagen, dass nach diesen Messungen der Fahrkomfort in einem schienengebundenem Verkehrsmittel deutlich höher ist. Also das Lesen – egal ob Buch, Zeitschrift oder E-Reader – in einer Straßenbahn auf Grund der ruhigeren Fahrweise mehr Spaß macht.