Besançon – ein Beispiel für Erlangen?

Das ostfranzösische Besançon ist mit 115.000 Einwohnern bisher eine der kleinsten Kommunen, die sich für ein neues Bahnsystem entschieden haben. Die Hauptstadt des Départements Franche-Comté gilt als Zentrum für Mikrotechnologie und Präzisionsmechanik und beherbergt eine Universität mit 21.000 Studierenden.

Nachdem das städtische Busnetz an die Grenzen seiner Kapazität gelangt ist, haben die Gemeinden des Großraums im Jahr 2006 Alternativen für den künftigen ÖPNV untersuchen lassen. Ein Bus- oder O-Bussystem mit separaten Fahrspuren kam auf 25 – 30.000 Fahrgäste/Tag. Für die Straßenbahn würden sich dagegen 40 – 50.000 Passagiere entscheiden. Nach öffentlicher Erörterung fiel 2008 die Entscheidung zugunsten der „Tramway“, die 2015 eröffnet werden soll.

Die 14,5 km lange Strecke verbindet die außerhalb liegenden Wohnquartiere, Firmen und Forschungseinrichtungen mit der Innenstadt und dem Stadtbahnhof. Das historische Zentrum wird wegen seiner engen Straßen von der Strecke nur tangiert. Durch die Realisierung zahlreicher Einsparpotenziale ist es gelungen, für unter 16 Mio €/km (incl. Fahrzeugen und neuem Betriebshof!) die bis dato kostengünstigste Tram in Frankreich zu bauen.

Weitere Info: www.letram-grandbesancon.fr/ (franz.)