Nicht alternativlos – aber klar besser!

Auf Seiten der StUB-Gegner ist inzwischen ein bemerkenswertes Zurückrudern erkennbar: Man sei ja gar nicht grundsätzlich gegen die Bahn, es sollte „nur“ geprüft werden, ob die Bahn tatsächlich das beste System für Erlangen sei. Damit soll offenbar der Eindruck geschaffen werden, dass die Entscheidung für die Bahn eine willkürliche und unüberlegte wäre.

Dabei hat diese Prüfung bereits im Gutachten 2012 stattgefunden. Wo waren all die selbsternannten Nahverkehrsexperten zu diesem Zeitpunkt? Zur Erinnerung: Ja, es geht auch ein optimiertes Bussystem (RoBus), aber das bringt deutlich weniger Fahrgäste für den ÖPNV. Für den Fahrgast ist es dabei auch egal, ob der Bus (irgendwann) elektrisch oder mit heißer Luft fährt – er bleibt ein Bus. Für die gewollte Verkehrsverlagerung braucht es aber hochwertige Angebote im Schienenverkehr.

Im Landkreis wollten interessierte Kreise 2015 der Bevölkerung einen Bus-Rapid-Transit verkaufen: Diese Systeme (Haupteinsatz in Entwicklungsländern!) bräuchten über weite Strecken eigene Betontrassen, schwere Fahrzeuge würden die Ortsdurchfahrten ruinieren. Und am Ende wäre es doch nur ein Busverkehr – nach Nürnberg müsste weiterhin umgesteigen werden. Es wundert nicht, dass im Landkreis von den hochtrabenden Plänen („kurzfristig realisierbar“) nach einem Jahr schon nichts mehr zu hören ist. Ein solches System für den Stadtverkehr in Erlangen zu fordern, wäre völlig weltfremd.

Die Planungen für die StUB gehen bis in die 1990er Jahre zurück und alle Fachleute betonen die Chance, die sich aus dem Anknüpfen an das Nürnberger Netz ergeben. So günstig kommt keine andere Stadt an eine Straßenbahn!

Die Förderzusagen von bis zu 90% bestehen jetzt, für die L-Lösung. Wenn die Planung vertieft wird, kann an der Streckenführung vorhandenes Optimierungspotenzial ausgereizt werden. Auch die Erweiterung ist keineswegs ausgeschlossen. (Besonders perfide: Dieselben Stimmen, die im Landkreis gegen die StUB gewettert haben, beklagen nun den fehlenden Ostast!)

Fazit: Natürlich könnte man jetzt nochmal von vorne anfangen, man hat schließlich auch Seilbahnen, Kabinentaxis oder Schnellfähren noch nicht untersucht. Nur verpasst man damit das Zeitfenster, jetzt in den zukunftsweisenden Nahverkehr auf der Schiene einzusteigen!